Handy statt Sammelbüchse
Spenden per SMS. Eine gute Idee aus Tschechien.
Handy statt Sammelbüchse?
Das Handy ist aus unserer Gesellschaft nicht mehr wegzudenken. Führend im europäischen Vergleich sind in der Zahl der Mobilfunkteilnehmer je 100 Einwohner die Länder Luxemburg mit 120,2 Teilnehmern, Schweden mit 98,4, Italien mit 96,4 und Tschechien mit 95,2 Telefonierern (Quelle: Statistisches Bundesamt/Europäischer Datenservice). Längst hat das kleine mobile Gerät weit mehr Aufgaben übernommen als die reine Sprachübermittlung. Multifunktioneller Einsatz lautet die Beschreibung. So kann ein Handy inzwischen höchst wirkungsvoll zur Generierung von Spendengeldern eingesetzt werden. Beispiel Tschechien. Bei unserem östlichen Nachbarn war anlässlich der Flutkatastrophe eine interessante Entwicklung zu beobachten: Durch die Spendenmöglichkeit per SMS erlebte das Fundraising den Durchbruch im mobilen Spenden, auf Tschechisch „darcovska SMS“.
1,7 Millionen Euro per SMS gespendet
Der Handy-Spender schickte eine SMS mit dem Stichwort der Spendensammlung, zu der er beitragen wollte, an eine landesweit für alle Mobilfunknetze einheitliche Nummer, die so genannte Initiations-SMS. Kurz darauf bekam er per Kurzmitteilung eine Bestätigung, für die ihm rund 36 Kronen (1,2 Euro) in Rechnung gestellt worden sind. Nach Abzug von Mehrwertsteuer und Betriebsgebühren gingen davon umgerechnet ein knapper Euro als Spende an die ausgewählte Organisation. Auf diese Art kamen für die Seebebenopfer in Südasien 50 Millionen Kronen (knapp 1,7 Millionen Euro) zusammen. Das war ein Fünftel der Gesamtspendensumme in Tschechien von mehr als 250 Millionen Kronen.

