Plastic Money für den guten Zweck
Fundraising per Kreditkarte, das funktioniert mit der Affinity Credit Card. Das Beste daran: Für den Spender entstehen keine Mehrkosten. Trotzdem fließt Geld in die Kassen der NPOs.
In Deutschland ist Affinty Credit Card bislang fast unbekannt. Dabei sind die Erfahrungen aus dem angloamerikanischen Raum mit der Fundraising Kreditkarte hervorragend. Allein in Großbritannien wurde sie seit 1988 von mindestens 83 Organisationen herausgegeben. Für jeden durch die NPO geworbenen neuen Kreditkartennutzer erhält die Organisation vom Kreditkartenunternehmen zunächst eine Prämie (in Großbritannien bis zu fünf Pfund) und darüber hinaus eine prozentuale Beteiligung an vom Förderer tatsächlich getätigten Kartenumsätzen (in Großbritannien etwa 0,25 Prozent des Kreditkartenumsatzes). Aber auch die Förderer haben ein Interesse an der Affinity Credit Card. Sie erhalten sie zu einer geringen Jahresgebühr oder sogar kostenlos. In Deutschland gibt der Deutsche Verein vom Heiligen Lande eine solche Karte zusammen mit der Pax Bank und Liga Bank heraus. Wie die Karte funktioniert und was sie leistet, dazu ein Interview mit Michael Ruland von der Pax Bank in Köln.
Herr Ruland, wie funktioniert die Affinity Credit Card im konkreten Fall?
Michael Ruland: Die Affinity Credit Card hat die Eigenschaften einer normalen Kreditkarte. Als besonderes Erkennungszeichen trägt sie neben dem Bank-Logo auch das Logo des Vereins. Er tritt quasi als so genannter Co-Branding-Partner der Bank auf. Der Verein empfiehlt die Karte seinen Mitgliedern und Förderern. Die Bank vergütet dem Verein einen Teil der Provisionserträge von den Kartenumsätzen.
Was haben die beiden Seiten – Verein und Bank - von der Affinity Card?
Michael Ruland: Es gibt ein wechselseitiges Interesse am Einsatz der Affinity Credit Card. Für den gemeinnützigen Verein sind es die erwähnten Provisionen von den realen Kartenumsätzen. Zugleich hat sich auch gezeigt, dass die Karte sehr geeignet ist, neue Mitglieder zu werben. Ganz nebenbei schafft sie eine zusätzliche Identifikation zwischen Karteninhaber und dem Verein. Für die Bank wiederum ergibt sich ein Potenzial an neuen Kunden.
Das Fundraising-Instrument AffinityCredit Card ist hierzulande nicht so eingeführt wie im angelsächsischen Raum. Welche Erfahrungen machen Sie damit im Fall des Deutschen Vereins vom Heiligen Lande?
Michael Ruland: Die gemeinsame Kreditkarte wird seit rund einem Jahr angeboten. Die Resonanz bei den Vereinsmitgliedern, aber auch in unserer Kundschaft ist sehr positiv. Die Verknüpfung von der Nutzung der Kreditkarte und dem Bewusstsein, damit etwas Gutes zu tun, findet eine hohe Akzeptanz.
Welche Voraussetzungen sollte eine NPO erfüllen, um ein derartiges Instrument einzusetzen?
Michael Ruland: Eine Spenden-Organisation, die solch eine Maßnahme plant, sollte eine ausreichend hohe Zahl an Mitgliedern beziehungsweise Fördermitgliedern haben - rund 10.000. Und sie sollte natürlich in der Lage sein, konkrete Projekte zu benennen. Einen Punkt möchte ich in diesem Zusammenhang hervorheben. Die Organisation sollte auch die Frage beantworten, ob ihre Mitglieder oder Fördermitglieder eine relevante Zielgruppe für Kreditkarten ist. Entscheidend ist doch, dass die Karten wirklich eingesetzt werden. Wenn sie am Ende im Portemonnaie liegen bleiben, bringen sie dem Verein keinerlei Nutzen.
