E-Klingelbeutel
Die Kirchenkollekte mit der Kreditkarte: Möglich ist das schon lange, genutzt wird diese Möglichkeit des Fundraisings kaum. Dabei lohnt es sich.
Kirchen machen sich moderne Zahlungswege zu Nutze
Seit fast zehn Jahren können Kirchenkollekten bargeldlos gesammelt werden. Diese Möglichkeit nutzen aber erst zwei deutsche Gotteshäuser. „Der Anstoß“, berichtet der Kirchenpfleger der evangelischen Petrus-Gemeinde in Filderstadt-Bernhausen bei Stuttgart, Lothar Stäbler, „kam 1998 von den Gemeindegliedern selbst. Einige bedauerten, dass sie oft nur wenig Münzgeld in der Tasche hätten, aber für das angesprochene Projekt gern mehr geben würden.“ Diese Idee traf bei Pfarrer Gerrit-Willem Oberman sofort auf offene Ohren. „Da inzwischen überall mit EC-Karte bezahlt wurde“, erinnert sich Stäbler, „setzte sich unser Pfarrer gleich für die Umsetzung in der Kirche ein.“
Bescheiden, aber stetig
Seither erfreut sich der elektronische Opferstock in Filderstadt großer Beliebtheit.
Genutzt wird diese Art des Spendens von ca. fünf Prozent der Kirchenbesucher, so Stäbler. Im letzten abgeschlossenen Kirchenjahr 2005 verbuchte die Petrus-Gemeinde einen Umsatz von 2.735 Euro ausschließlich über diesen bargeldlosen Weg. Eine weitere gern genutzte Alternative zu Bargeld und EC-Karte sind sogenannte Opfergutscheine, die die Gläubigen der Gemeinde erwerben können. Der Mindestkaufwert liegt bei 100 Euro, gestückelt in Gutscheine zu drei, fünf, zehn und 20 Euro. „Diese Form der Spende ist für den Gottesdienstbesucher attraktiv und für uns fallen keinerlei Betriebskosten wie für den elektronischen Opferstock an.“ Die schlagen für das Jahr 2006 mit rund 180 Euro zu Buche.
Bonner Münster auch online
Von den Erfahrungen der Kollegen begeistert, setzte der Stadtdechant des Bonner Münsters im Frühjahr 2006 die bargeldlose Kollekte in seiner Kirche um. „Wir bewerben den E-Klingelbeutel durch einen Hinweis in den wöchentlichen Publikationen, durch ein Plakat am Terminal und während der Messe“, so Stadtdechant Wilfried Schumacher. Das Bonner Münster wird täglich von vielen Menschen aufgesucht, entsprechend hoch ist der Umsatz. „Rund 20 Prozent zusätzliche Kollekten verzeichnen wir über den Terminal“, so Schumacher. Für den Geistlichen ein klare Entscheidung, den Betrieb auch künftig fortzuführen. Die Kosten in Bonn beliefen sich im ersten halben Jahr der Einführung auf rund 120 Euro bei Mehreinnahmen der „normalen“ Kollekten von 550 Euro.

