Charity-Shops
Sie sind das „kleine“ Geschäft nebenbei: Charity-Shops, der Verkauf von Merchandisingartikeln. Wichtig beim Verkauf von Hörbüchern, T-Shirts und Kalendern: Das Angebot muss stimmig sein.
Das Sortiment macht’s
Erste Voraussetzung für einen funktionierenden Charity-Shop ist das Warensortiment. Angeboten werden sinnvollerweise Produkte, die unmittelbar in Zusammenhang mit der Ausrichtung und Zielsetzung der Organisation stehen. Die Verkaufsartikel sollten nachvollziehbar einen Brückenschlag zu den ideologischen Inhalten ermöglichen, im Einzelfall aus geförderten Projekten stammen, die inhaltliche Arbeit vermitteln oder als Werbeträger der Organisation fungieren, beispielsweise per Aufdruck auf T-Shirts.
Bibeln, Uhren und Kalender
Einen solchen eigenen Geschäftsbetrieb betreibt seit ihrer Gründung die Deutsche Bibelgesellschaft in Stuttgart. Bereits seit 1981 vertreibt die Organisation über ihren Verlag von der Lutherbibel bis zu Hörbüchern, von Computerspielen rund um die Bibel über Uhren, Schmuck bis hin zu T-Shirts mit dem Aufdruck „Grund genug zu leben“ diverse Artikel an unterschiedlichste Zielgruppen. „Rund 6,4 Mio. Euro Umsatz hat unser Verlag mit diesen Artikeln im letzten Jahr erwirtschaftet“, so die Leiterein Direktmarketing Antje Becker. „Der reine Spendeneingang belief sich zum Vergleich im selben Jahr auf rund 4,9 Mio. Euro.“ Bei der Bibelgesellschaft geht die Rechnung auf, zumal die verlegerische Tätigkeit Bestandteil des Stiftungsauftrages ist.
Ähnlich strukturiert stellt sich das Servicecenter missio Medien beim katholischen Hilfswerk missio in Aachen dar. Sowohl online wie auch in zwei Shops innerhalb des Hauses bzw. am Aachener Dom verkauft das Hilfswerk seine Artikel. Auch hier ist die Palette weit gefächert und reicht von christlicher Literatur über Aktions- und Benefizartikel wie CDs, Tassen zum Schutzengelprojekt, Holzkreuze, Kerzen und Kalender.
Wenn die Verwaltung nervt
Auch die Gesellschaft für bedrohte Völker hatte in der Vergangenheit über eine derartige zusätzliche Einnahmequelle nachgedacht. „Wir haben aber schnell festgestellt, dass diese Idee nicht in unser Konzept passt“, berichtet die Geschäftsführerin Annelore Hermes.
Reinhold Ruh, Referatsleiter Rechnungswesen bei der Christoffel Blindenmission, beklagt den hohen Verwaltungsaufwand. „Durch das in unserem Land geltende Steuersystem für Hilfsorganisationen wird die beste Idee oft im Keim erstickt.“ Für kurze Zeit verkaufte das Werk Ende der 90er Jahre eng verbunden mit seinem Mandat einen kleinen Plüschmaulwurf. „Die Zuordnung der Kosten und der hohe Verwaltungsapparat waren aber einfach zu aufwändig bei einem zu geringen Ertrag. Dieser Geschäftsbetrieb entspricht auch nicht unserer Kernaufgabe.“
Einen offenkundig gut funktionierenden Weg beschreitet der WWF Deutschland. „Wir vergeben Lizenzen an geeignete Partner“, berichtet Patricia Graf. „Seit mehr als 30 Jahren haben wir eine gute und erfolgreiche Lizenzkooperation mit dem Panda Versand.“ Mehr als zehn Millionen Euro hat die Zusammenarbeit in den letzten drei Jahrzehnten gebracht. „Die Erträge“, so Graf weiter, „sind zweckungebunden.“
Fazit: Alle befragten Organisationen sehen neben der weiteren Einnahmequelle vor allem den positiven Aspekt des Imagetransportes über Verkaufsprodukte, scheuen jedoch oft den bürokratischen Aufwand oder lehnen ihn von vorne herein ab.
.: Historie
Beispiele für Charity Shops
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Missio Shop |
| 845 Clicks | Details | |
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Shop der Christoffel Blindenmission |
| 768 Clicks | Details | |
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Shop der Gesellschaft für bedrohte Völker |
| 777 Clicks | Details | |
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WWF Shop |
| 679 Clicks | Details | |
